Git als Dropbox-Ersatz

Git ist ein Programm zum verteilten Verwalten von Dateiversionen. Der klassische Einsatz ist in Softwareprojekten, um Quellcode-Änderungen zu verwalten. Aber es lässt sich auch im Nicht-Coder-Alltag verwenden.

Zum Beispiel als Ersatz für Dropbox. Dropbox hält auf fast magische Weise Ordner auf mehreren Geräten synchron und kann sogar alte Versionen von Dateien wiederherstellen, falls man mal unbeabsichtigt etwas geändert oder gar gelöscht hat.

Wer es ähnlich automatisch haben will, kann Sparkleshare installieren. Sparkleshare bemerkt genau wie Dropbox wenn eine Datei geändert wurde, committet das die Änderung in ein Git-Repository und synchronisiert mehrere Computer über ein zentrales Repository. Optional unterstützt es sogar Ende-zu-Ende-Verschlüsselung damit man seine Dateien auch auf fremden Computern (in der Cloud) speichern kann.

Mittlerweile läuft Sparkleshare nicht mehr bei mir. Stattdessen verwende ich auf meinen Computern SourceTree. Wenn ich der Meinung bin, dass ich einen wichtigen (Zwischen-)Schritt meiner Arbeit erledigt habe, committe ich die Änderungen von Hand. Dabei habe ich bei Textdateien noch einmal die Möglichkeit die Änderungen anzusehen und zu vergleichen. Dabei fällt mir hin und wieder auf, dass ich einen Fehler gemacht oder etwas vergessen habe. Wenn alles zu meiner Zufriedenheit ist, schreibe ich eine kurze Committ-Meldung. So entsteht ein Logbuch meiner Änderungen. Zu guter Letzt git push ich alles über eine ssh-Verbindung in ein Bare-Repository auf meinem Server der von allen Computern erreichbar ist.

Wenn ich jetzt an einem anderen Computer bin, kann ich einfach mit mit git pull alle Änderungen holen.

Das klingt gegenüber Dropbox eher umständlich aber dieses bewusste Verwalten von Änderungen gibt mir ein beruhigendes Gefühl von Kontrolle. Es hilft mir auch, die Arbeit zu unterbrechen und ggf. später daran weiterzuarbeiten. Debuggen und perfektionieren kann man die Sachen später noch. Über die vielen Commits kann man die Evolution seiner Dokumente und Projekte später hervorragend nachvollziehen. Rückblickend kann man sehen wie viel Fortschritt man mit Einzelschritten erzielt hat.

Ein Nachteil dieses Verfahrens ist lediglich, dass das Git-Repository relativ groß werden kann. Denn auch gelöschte Dateien bleiben für immer drin. Man sollte das also nicht für seine Videoschnitt-Dateien machen.

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